Was ziehe ich im Kreißsaal an?

"Ein Kreißsaal ist kein Laufsteg", tönt mir die Stimme meiner Hebamme noch heute im Ohr, obwohl meine letzte Geburt wirklich schon eine Weile her ist. Und ich wäre nicht die Gründerin von the weeks, wenn ich nicht zu 100% unterschreiben würde, dass sich bitte keine Frau gezwungen fühlen soll, fresh gestyled und adrett gekleidet am Geburtsort zu erscheinen. Trotzdem erinnere ich mich genau daran, dass auch ich mich fragte, was Frauen während einer Geburt eigentlich tragen? Der Mangel an realistischen Fotografien von Geburten in den medialen Darstellungen dieser half da nicht wirklich: denn ich kannte eigentlich nur Frauen, die im Krankenhaushemd und Rückenlage ihrer Kinder Richtung Scheinwerferlicht pressten.

Die Wissenschaftlerin in mir ist ziemlich dickköpfig und hat keine Ruhe gegeben, bis ich eine - natürlich überhaupt nicht repräsentative - Umfrage in meinem Freundinnenkreis gestartet habe. Und die hat folgende Kleidungsvariationen ergeben, in absteigender Reihenfolge der Kleidermenge:

- Jogginghose/Leggings und Top/T-Shirt, Cardigan
- Langes T-Shirt(-Kleid) aus Baumwolle
- Nachthemd mit Knöpfen
- Krankenhaushemd
- Nur BH
- Nichts

Ok, wow, die Spannweite war definitiv größer, als ich es erwartet hatte. Aber klar, Geburten laufen natürlich auch echt unterschiedlich ab und der Modus gibt hier auch manchmal die Kleiderordnung vor: so haben Frauen, die zwischenzeitlich in der Badewanne Wehen veratmen oder sogar die letzte Phase der Geburt im Wasser absolvieren natürlich tendenziell weniger an als Frauen, die die Matratze nicht verlassen. In der Geburtswanne sind einige Frauen nackt und andere möchten gerne etwas über ihren Brüsten haben - ein Top, einen BH oder manchmal auch nur ein nasses Tuch.

Frauen, die eine PDA bekommen, müssen sich ebenfalls umziehen: denn hier ist das Krankenhaushemd meist Pflicht, denn es hat einen entscheidenden Vorteil: es ist hinten offen. Ist bestimmt nicht immer und überall so, aber in den allermeisten Fällen klärt die Entscheidung für die PDA auch die Kleiderfrage.

Und alle die anderen Frauen, die weder im Wasser noch mit Rückenmarksbetäubung gebären wollen? Die können tatsächlich anziehen, was sie wollen. Und das unterscheidet sich oft auch ja nach Geburtsphase sehr.

In der Eröffnungsphase, die wirklich lange dauern kann, tragen viele Frauen noch ihre "normalen" bequemen Klamotten: Leggings und Top, Jogginghose und Shirt, ein langes Kleid, vielleicht noch einen Cardigan drüber und warme Socken. Warme Socken? Werden gerne getragen, weil Wehen warme Füße mögen. Wenn das Kind langsam ins Becken übertritt, ihr also in der Latenzphase angekommen seid, brauchen die Gebärenden meist mehr Bewegungsfreiheit und die ersten Kleidungsstücke fliegen: störende Strickjacken, zu enge Hosen, Schmuck, Socken: alles muss weg. Und in der Durchtrittsphase (auch: Austreibungsphase) wollen Frauen nicht nur näher auf den Boden (siehe hier unseren Artikel zu Geburtspositionen), sondern sich auch ganz natürlich meist den unteren Kleidungsstücken entledigen. Das passiert manchmal auch schon vorher, aber spätestens jetzt sind fast alle Frauen unten herum nackt.

Das kann im Kleid für einige Frauen angenehmer sein, weil nur die Unterhose ausgezogen werden und das Kleid hochgeschoben werden muss. Andere Frauen wollen lieber gar nichts mehr schieben und sind froh, dass ab der Hüfte alles frei ist. Den meisten Menschen ist es irgendwann im Geburtsverlauf auch ziemlich egal, wer wie viel von ihnen sieht, ehrlich.

Und die Sache mit den Knöpfen? Geknöpfte Kleidung ist während der Geburt selbst mittelmäßig relevant, kann für hinterher aber spannend sein: denn ein geknöpftes Hemd ist schnell offen und das Baby kann auf der nackten Haut liegen. Aber auch ohne Knöpfe ist Haut-an-Haut natürlich möglich - indem du dich einfach ausziehst. Your Geburt, your choice!

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