6 Mythen rund um den errechneten Geburtstermin

Der ET. Errechneter Termin - oder sagen wir lieber: erratener Termin? Mutterschutz, Risikoschwangerschaft, Geburtseinleitung - es wird so mega viel daran fest gemacht, dabei ist es eigentlich eher ein vages Datum, das einen Anhaltspunkt geben kann, aber niemals Sicherheit. Und weil sich so viel bullshit um den ET rankt, haben wir hier mal die wichtigsten Mythen (und deren Klarstellung) für euch aufgeschrieben:

Die meisten Kinder kommen am ET. Nein, ganz im Gegenteil. Nur 4% der Kinder kommen wirklich am Termin. Dafür ein sehr, sehr großer Teil in den zwei Wochen vor und zwei Wochen nach dem ET. Einige Hebammen sprechen darum auch vom "Geburtsmonat", in dessen Mitte der ET liegt - wir finden, dass das eine viel schönere (und akkuratere) Vorstellung vom Zeitpunkt der Geburt ist.

Ab dem Tag nach dem ET "überträgt" die Frau. Nein! Die beiden Wochen nach eurem verstrichenen ET werden "Terminüberschreitung" genannt. Erst ab 42+0 Schwangerschaftswochen sprechen Gynäkolog*innen vom Übertragen.

Spätestens 10 Tage nach dem ET wird immer eingeleitet. Nein. Mal ganz abgesehen davon, dass sowieso IHR die Entscheidung trefft, ob und wie bei euch Methoden der Geburtseinleitung zum Einsatz kommen, muss dies auch nicht nach Schema F erfolgen. Klar, individuelle medizinische Umstände, Risikofaktoren und auch das ganz eigene Wohlbefinden müssen mit in die Waagschale. Aber am Ende seid ihr diejenige, die bestimmt, wann es wie losgeht.

Der ET wird mit wissenschaftlichen Methoden bestimmt. Auch falsch. Wenn ihr den Tag der Befruchtung nicht kennt (und so geht es den meisten Frauen), wird der ET meist beim ersten Ultraschall berechnet, auf dem die Gynäkolog*in den Embryo sehen kann. In der - nicht immer 100%igen - Ultraschall-Bildgebung wird die Größe des Embryos durch Messung der Steiß-Scheitl-LÄnge bestimmt, aus der dann wieder die aktuelle Schwangerschaftswoche - und daraus dann der ET - abgeleitet werden. Hier können - müssen abee nicht! - kleinere und größere Messfehler passieren. Auch deswegen kann es sinnvoll sein, vom ET als spezifischem Datum abzurücken.

Übertragene Babies sind immer zu groß. Nein, so pauschal kann man das nicht sagen. Die Größe des Fetus ist von wahnsinnig viele Faktoren abhängig - und gleichzeitig auch nur einer von vielen Gründen, die ggf. für eine (vorzeitige) Einleitung der Geburt sprechen. Es gilt immer, individuell zu entscheiden, alle Optionen zu besprechen und dich, wenn möglich, ausführlich von den Personen am Geburtsort, deiner Gynäkolog*in und deiner Hebamme beraten zu lassen. Du hast ein Recht auf Informationen und informierte Entscheidungen - und hoffentlich ein erfahrenes Team um dich herum.

Schwangerschaftsdiabetes führt immer zur Geburtseinleitung ab ET. Auch ein klares: nein! Gerade wenn dein Gestationsdiabetes gut eingestellt ist, liegt laut Leitlinie zur Geburtseinleitung kein signifikanter Grund für eine vorzeitige Beendigung der Schwangerschaft durch Einleitung vor. Solltest du Insulin spritzen, können die Parameter hier anders liegen. Aber auch hier: lass dich beraten und dir alle Optionen aufzeigen.

Wie du siehst, gibt es rund um den ET wirklich ein paar Gerüchte, die Frauen unnötige Angst machen und dir wir hier einmal ehrlich entkräften wollen. Für alle Situationen und Entscheidungen ist es aus unserer Sicht wirklich wichtig, dass du dir von Anfang an ein Team aus Hebamme, Gynäkolog*in und dem Personal am Geburtsort suchst, dem du vertraust und bei dem du dich mit deinen ganz individuellen Sorgen, Hoffnungen und Wünschen ernst genommen fühlst.

 

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