Deine Vorbereitung auf das Wochenbett

Wir kennen viele Schwangere, die perfekt vorbereitet sind. Es werden Kliniktaschen gepackt, Geburtspläne geschrieben, Erstausstattungen fürs Kind gekauft, Wohnungen geputzt und Wäscheberge gewaschen - damit die Geburt möglichst selbstbestimmt verläuft, es währenddessen an nichts fehlt - und danach für den neuen Menschen zu Hause alles optimal vorbereitet ist. Das finden wir super (und verstehen auch, wenn du ganz anders tickst und lieber gar nichts vorbereitest). Und fragen uns trotzdem: Warum gibt es eigentlich keine Standard-Listen für die Erstausstattung im Wochenbett?

Wir finden, dass das Wochenbett vor allem für die Frauen eine wirklich intensive Zeit ist. Darum haben wir hier für euch eine Liste mit Dingen zusammengestellt, die euch im Wochenbett unterstützen können.

Wochenbettprodukte für deinen Körper

# Wochenbetteinlagen: Der Wochenfluss ist vor allem in den ersten Tagen nach der Geburt sehr stark. So stark, dass normale Binden nicht ausreichen. Letztere sind außerdem meist als Auslaufschutz mit einer Plastikschicht verbunden, die im Wochenbett nicht so gut ankommt, weil die Wunden an deiner Vulva möglichst gut belüftet werden sollen. Wir hätten da auch einen Produktvorschlag für dich: the weeks Bio-Wochenbetteinlagen.

# Baumwollunterhosen: Im Krankenhaus bekommst du meist sogenannte Netzhöschen oder Fixierhosen, die die Wochenbetteinlagen halten. Wir finden allerdings, dass die ziemlich unbequem sind (vor allem bei allen Figuren jenseits vermeintlicher Standardmaße). Und empfehlen deswegen einen guten Vorrat an atmungsaktiven Baumwollslips. Die halten die Wochenbetteinlagen auch top an Ort und Stelle und sind dazu gemütlich und können hinterher ausgekocht werden (sollte die Binde mal nicht alle Flüssigkeiten halten können).

# Dicke Binden: Für die Zeit nach den ersten starken Tagen des Wochenflusses und wenn deine Wunden schon etwas verheilt sind, kannst du auch normale saugstarke Binden verwenden.

# Großer Becher/kleine Karaffe: Wenn dein saurer Urin auf deine offenen Geburtsverletzungen trifft, kann das am Anfang unangenehm brennen. Ein Becher oder eine Karaffe mit lauwarmem Wasser, die neben der Toilette stehen, können hier helfen: Gieße dir beim Wasserlassen einfach lauwarmes Wasser über deine Vulva, so wird der Urin verdünnt und es brennt nicht mehr.

# Waschlappen: Wenn deine Wunden noch frisch sind, kann auch das weicheste Toilettenpapier zu rauh sein. Dann hilft ein Waschlappen, mit dem du dich nach dem Pinkeln trock tupfen und, dafür natürlich einen anderen Waschlappen nehmen, um Infektionen zu vermeiden, nach dem Stuhlgang reinigen kannst. Bei Dammnähten kann es sich außerdem besser anfühlen, den Damm beim Stuhlgang mit einem warmen Waschlappen zu stützen.

# Schmerzmittel: Die Wunden an deiner Vulva und Vagina, eine mögliche Damm- oder Kaiserschnittnaht und die Brustwarzen (falls du stillst) können nach einer Geburt ziemlich weh tun. Hier helfen neben allen unten aufgelisteten Tinkturen und Cremes auch ganz schlicht Schmerzmittel. Sprich dich am besten mit deiner Gynäkolg:in oder Nachsorgehebamme vorher ab, welche Schmerzmittel für dich in Frage kommen und hab eine Packung davon zu Hause liegen.

# Wundkompressen: Die Wunden an der Vulva (und am Damm, wenn vorhanden) kannst du auch mit einer Wundkompresse, zum Beispiel von Multigyn, behandeln. Im Kühlschrank aufbewahrt, sind diese auch noch kühlend und haben zudem ein Wundgel, das die Heilung fördert. Es gibt die Kompressen für den Intimbereich und für die Brustwarzen und wir empfehlen dir, wenn du stillst, sogar beide Produkte zu besorgen. Kann Wunder wirken.

# Eisbinden: Zum Kühlen der Vulva eignen sich Eisbinden gut. Wenn du diese schon vor der Geburt vorbereitest, hast du sie gleich griffbereit, wenn du nach Hause kommst. Lege dafür einfach leicht mit Wasser befeuchtete Wochenbetteinlage in das Eisfach. Nach ein paar Stunden kannst du diese wieder herausholen, in ein Tuch oder einen Einmalhandschuh stecken und dir an die Vulva legen.

# Ausreichend Wechselwäsche: Weil du in den ersten Tagen nach der Geburt möglicherweise stark schwitzt, brauchst du genug bequeme Klamotten, die du im Wochenbett tragen und entsprechend, wenn nass, wechseln kannst.

Brauche ich besonderes Essen im Wochenbett?

Nein, natürlich nicht. Es kann sinnvoll sein, möglichst viele Ballaststoffe zu essen, um deine Darmtätigkeit anzuregen und dein Stuhl weich zu machen. Stuhl auflockernd sind auch folgende Lebensmittel: Johurt, Birnen, Leinsamen und Flohsamenschalen.

Manche Frauen verlieren bei der Geburt eines ganze Menge Blut und haben hinterher einen Eisenmangel. Das kann eine Ursache für Müdigkeit, Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme im Wochenbett sein. Hier hilft es viel zu trinken, eisenhaltige Lebensmittel wie Hafer- und Hirseflocken, Kürbis- oder Pinienkerne, Zucchini, Brokkoli oder Fenchel zu essen, rote Säfte (mit Beeren und roter Beete) zu trinken und, bei stärkerem Eisenbedarf auch Kräuterblut® oder ein ähnliches Produkt zu nehmen. 

Es ist außerdem zu empfehlen, einen großen Vorrat an Snacks im Haus zu haben: das können sämtliche Nüsse sein, Schokolade, Kekse, Brot für Schnittchen, Rohkost, Gummibären und Chips. Hauptsache du bekommst keine schlechte Laune wegen akutem Nahrungsmangel – und das kann nach so einer anstrengenden und kraftraubenden Aktion wie einer Geburt (und wenn du stillst noch viel krasser) wirklich schnell passieren.

Und falls du mal was warmes essen willst, es aber vor der Geburt nicht geschafft hast, deine Tiefkühltruhe zu füllen (keine Sorge, wir auch nicht), können wir dir für die ersten Wochen einen Wochenbettessenlieferdienst ans Herz legen. Zum Beispiel einen von diesen hier:

Mother's Finest: Macht vegetarische und nicht-vegetarische Wochenbettpakete und Kraftsuppen. Super lecker!

NURI MOM: Hier kannst du dir deine Boxen aus einer großen Auswahl an Gerichten selbst zusammen stellen. Alle Speisen sind vegan, glutenfrei und aus regionalen Zutaten hergestellt.

Mama Muun: nur in Berlin, aber umso köstlicher. Saisonal wechselnde Boxen. Und Frühstück!

Und falls du stillst, brauchst du noch ein bisschen mehr:

Wir wollen zwar nicht so auf dem Stillen herumreiten, weil wir finden, dass jede Frau selbst entscheiden soll, wie das Kind ernährt wird. Und ob Stillen, Flasche, Muttermilch, Milchpulver oder alles gleichzeitig: wir finden jede deiner Entscheidungen absolut ok.

Weil beim Stillen aber ggf. noch ein paar mehr Dinge benötigt werden, schreiben wir dir hier noch eine kleine Still-Vorbereitungs-Liste, damit auch das möglichst reibungslos klappt. Denn: Stillen muss von beiden gelernt werden und kann, gerade am Anfang, wirklich richtig hart sein. Wenn es gar nicht klappen will oder du zu große Schmerzen hast, kannst du dir auch Hilfe von Stillberaterinnen holen. Oder eben auf Fläschchen mit Abpumpen oder Pulvermilch umsteigen. Alles ist in ok (auch wenn das nicht alle Hebammen und Stillberaterinnen so sehen), mach es so, wie es für dich am allerbesten ist! Und hier nun die nächste minimalist fürs Stillen:

# Nachthemd/Schlafanzug mit Knöpfen (oder Stillkleidung), damit du dich zum Füttern deines Kinder nicht komplett entkleiden musst. Denn am Anfang stillst du vielleicht alle eineinhalb oder zwei Stunden und da wäre, zumindest für unseren Geschmack, ständiges Aus- und wieder Anziehen doch etwa zu nervig.

# Stilleinlagen (aus Baumwolle oder Wolle/Seide): Stilleinlagen zum Wegwerfen aus Baumwolle sind vor allem für später interessant, wenn du viel Milch hast und die auch gerne mal ausläuft. Die Version aus Wolle/Seide kann aber von Anfang an helfen, deine möglicherweise schmerzenden Brustwarzen zu beruhigen.

# Lanolin/Wundsalbe: Fettcreme (Lanolin) und herkömmlich Wundsalbe können deine Brustwarzen am Anfang unterstützen. Bei uns hat es zum Beispiel auch beim Duschen (da taten die Nippel komischerweise immer besonders weh) geholfen, die Brustwarzen dick einzucremen und so vor dem Wasser zu schützen.

Es gibt natürlich noch 1000 Dinge, die du dazu kaufen kannst: Weißkohl und Quark für schmerzende Brüste beim Milcheinschuss, Tee, Essenzen, wie zum Beispiel Calendula, die die Wundheilung fördern, Öle, Netzunterhosen, ...

Wir sind aber Fans von lieber weniger als mehr. Und weil es fast all diese Dinge ad hoc in jedem Supermarket, Apotheke und/oder Drogerie zu kaufen gibt, kannst du dir die für dich vielleicht wichtigen Sachen auch besorgen (lassen), wenn du sie wirklich brauchst.

 

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